Hip-Hop ist seit nun mehr als vier Jahrzehnten eine starke Kraft in der Popkultur. Er hat dazu beigetragen wie wir über die Musik, die Mode und die Art und Weise, wie wir über Rassendiskriminierung und soziale Fragen denken. Er hat Generationen von jungen Menschen eine Stimme gegeben, die von der Mainstream-Kultur ausgegrenzt oder ignoriert wurden. Hip-Hop ist mehr als nur eine Musikrichtung oder ein Lebensstil. Er ist für die Hip-Hop-Künstler und die Community eine Leidenschaft und größtenteils auch eine Lebenseinstellung.

In diesem Artikel erfährst du neben Fakten alles zu der Geschichte, zu den Ursprüngen der Bewegung, die sich auf der Straße der South Bronx gegründet hat.

WAS IST DER URSPRUNG VOM HIP-HOP?

Hip-Hop entstand mit den ersten legendären"Block Parties" in den 1970er Jahren in der South Bronx in New York City. Er wurde von afroamerikanischen Musikern gegründet, die von der Funkmusik und der jamaikanischen Kultur ihrer ehemaligen Heimat beeinflusst wurden. Einer von ihnen war Clive Campbell alias "Kool Herc", ein jamaikanischer Einwanderer, der auch als erster Discjockey gilt. Auf einer der "Block Parties" am 11. August 1973 stellte er erstmals die Technik vor, dasselbe Album auf zwei Turntables zu spielen um die Drum-Sektion zu verlängern. Der Breakbeat war geboren und die Nacht ging in die Geschichte als Geburtsstunde des Hip-Hop ein.

Andere wegweisende DJs neben "Kool Herc" sind "Afrika Bambaataa" und "Grandmaster Flash". Diese drei Männer werden in der Geschichte der weltweiten Community respektvoll als die „Heilige Dreieinigkeit“ bezeichnet.

WOHER KOMMT DER NAME HIP-HOP?

Für den Begriff Hip-Hop und dessen Herkunft  gab es im Laufe der Jahre verschiedene Erklärungen. Zurückzuführen soll es jedoch auf Keith Wiggins alias „Keef Cowboy“, ein Mitglied der später gegründeten Rap-Gruppe "Grandmaster Flash and the Furious Five" sein. Der heute noch bekannte Rapper benutzte erstmals die Worte "Hip/Hop/Hip/Hop" und imitierte damit das Geräusch marschierender Soldaten. Anderen Berichten zufolge ist die Wortherkunft auf die Zusammenarbeit von Kevin Smith alias „Lovebug Starski“ und Keith Wiggins zurückzuführen, die später dann den Begriff geprägt haben sollen.

In den ersten Liedern ging es um den neuartigen Sound. Diese Titel genossen eine immense Popularität, insbesondere das 1980 von der "Sugarhill Gang" veröffentliche und vergessliche „Rapper's Delight“. Ein Teil seiner Anziehungskraft wurde seinen unbeschwerten Texten zugeschrieben, die zu dieser Zeit für die meisten Rap-Songs untypisch waren.

WAS BEDEUTET HIP-HOP-KULTUR?

Eine Legende in der Hip-Hop-Kultur stellt Afrika Bambaataa dar. Er gründete die „Zulu Nation". Die künstlerisch Aktiven versuchten sich zu organisieren, und der Gewalt entgegen zu wirken. Sie glauben an Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit, Wissen, Weisheit und Verständnis. Die Hip Hop Kultur ist eine Lebensart, die auf Selbstdarstellung, Kreativität und Gemeinschaft basiert. Es ist eine Kultur, die auf der Idee aufbaut, die eigene Stimme zu nutzen, um etwas zu bewirken. Die Hip-Hop-Kultur zelebriert die Vielfalt und ermutigt die Menschen, ihre einzigartige Identität anzunehmen. Sie ist eine Gemeinschaft, die Menschen dazu ermutigt, zusammenzuarbeiten.

WAS SIND HAUPTELEMENTE DES HIP-HOP?

Während es einige Diskussionen über die genaue Anzahl der Elemente des Hip-Hop gibt, gelten die folgenden vier Elemente, die als die Säulen. Das DJing oder „Turntabling“; Rappen, auch bekannt als „MCing“ oder „reimen“; Graffitikunst , auch bekannt als „graf“ oder „writing“; und Breakdance oder „B-Boying“, der Hip-Hop Tanz, -Stil und -Attitüde umfasst, zusammen mit der Art männlicher Körpersprache, die der Philosoph Cornel West als „Haltungssemantik“ bezeichnete. Viele nennen auch eine fünfte wesentliche Komponente: „Erkenntnis des Selbst/Bewusstseins“. Weitere von Wissenschaftlern vorgeschlagene Elemente sind die Straßenmode und Sprache.

WAS IST MCING?

Rap (Sprechgesang) oder MCing ist im Hip-Hop die gesangliche Kunst des Reimens von meist gesellschaftskritischen Texten. Den Ursprung hat der Rap in den Toastings jamaikanischer Reggae-DJs. Aus diesen reiften sich erste Texte und Freestyles, welche von den MCs, umgangssprachlich auch Rapper genannt, auf die Beats und Breakbeats der Discjockeys gerappt wurden. Des Weiteren werden die melodischen Predigten baptistischer Prediger als die Wurzeln von MCing gesehen. Der Erfinder der Breakbeats "Kool Herc" wird auch als der Vater des modernen Rappens für seine ersten gesprochenen Zwischenrufe beim Auflegen von Platten anerkannt.

Die New Yorker Hip-Hop-Crew "Run DMC" machten schließlich den Rap auch der breiten Masse zugänglich und vermischten darüber hinaus die Musikstile Rap und Rock.


WAS IST DJING

DJing ist im Hip-Hop die Kunst, Sounds zu manipulieren und Remixe zu kreieren. DJ’s bzw. Turntablisten verwenden dabei Turntables, Mixer und Soundeffekte, um aus alten Songs einen individuellen eigenen Sound zu kreieren. Dabei bezeichnet das Wort "Turntablism" das Einsetzen eines Plattenspielers als Musikinstrument. Das wird in der Regel in Form von Scratches, Cuts und Beat-Juggling erreicht. Zur Legende des Genre wurde der ehemalige Writer "Kool Herc" welcher den Breakbeat erfand. Er isolierte und wiederholte Breaks, den tanzbarsten Teil von einem Song und bildete damit die Grundlage für die folgenden Techniken des Genre.

Später waren die beiden Künstler "Grand Wizzard Theodore" und "Grandmaster Flash" maßgeblich bei der Entwicklung und Etablierung diverser Techniken, die heute als Standardrepertoire von DJs gelten, beteiligt.

So beschreibt das "Needle Dropping" das Abspielen von zwei Kopien einer Schallplatte, die gleichzeitig abgespielt und die Nadel auf einem Plattenteller zum Beginn der zuvor markierten Pause zurückbewegt wurde, während der andere spielte. Das Hin- und Herbewegen der Schallplatte unter der Nadel erzeugte dann den rhythmischen Effekt, der als „Scratching“ bekannt wurde.

 

WAS IST EIN B-BOY/ B-GIRL?

Die Wurzeln und Einflüsse für die ersten Tanzstile des B-Boying liegen weit zurück. Der Ursprung soll im "Capoeira" liegen dessen Elemente eine Mischung aus Tanz und Kampf ohne Berührung ist. Zum Ende der 70er gaben die Discjockeys mit dem Mixen ihrer Breaks dem B-Boying schließlich ihren Namen. Zunächst waren die ersten Tänzer größtenteils junge Frauen bzw. Mädchen, die erste Tanzstile entwickelten und sich nach der neuen Hip-Hop Musik bewegten. Schnell beanspruchten die Jungs den Bereich des B-Boying für sich. Die Tänzer der New Yorker "Rock Steady Crew" erlangten durch das Mitwirken an dem populären B-Boying Kultfilm "Beatstreet" (1984) viel Respekt, Ruhm und Ehre.

Im Gegensatz zu den Capoeira Wurzeln oder dem MCing, gab es beim B-Boying keine ausdrücklich politischen oder sozialkritischen Beweggründe. Vielmehr tanzen auch heutzutage die Frauen und Männer, weil es Spaß macht und um sich gewaltfrei Respekt zu verdienen. So spielt bis heute das "Batteln" in diesem Element eine übergeordnete Rolle.

Der bekannteste Breakdance Wettbewerb ist das einmal jährlich stattfindende "Battle of the Year".


GRAFFITI IM HIP-HOP

Graffiti und Breakdance sind wohl die ersten Elemente der "Hip Hop Kultur", die zuerst öffentliche Aufmerksamkeit erregten. Die Graffiti-Bewegung wurde um 1972 von einem griechisch-amerikanischen Teenager ins Leben gerufen. Taki183 malte bzw. „taggte an die Wände in 5 Stadtteilen von New York und teils in den U-Bahn-System seiner Stadt. Es war eine Kombination aus seinem Namen und seine Straße, die 183rd Street in New York.

 

Um 1975 brachen dann erstmals die Jugendliche der Bronx , Queens und Brooklyn im Schutz der Dunkelheit in die Yards (Bahnhöfe) ihrer Stadt ein, um ihre bunten meist wandgroßen Darstellungen und Namen, Bilder aus den damaligen Underground-Comics aus dem Fernsehen an den Seiten der U-Bahn-Wagons zu malen.


WAS IST BEATBOXING?

Beatboxing ist das letzte und jüngste dazugekommene Element im Hip-Hop. Es ist die Kunst, bei der die Akteure mit Ihrem Mund und Ihrer Stimme Rhythmen und Beats erzeugen oder imitieren. Dabei wird außer einem Mikrofon kein weiteres Hilfsmittel verwenden. Es wird oft angewendet, um dem Sound Textur und Variation hinzuzufügen. Dieser meist durch Atemtechnik und Atemkontrolle erzeugte Klang ist eine sehr schwer zu erlernende Fähigkeit, und es braucht viele Jahre der Übung, um sie zu beherrschen.

Die Beatboxer benutzen verschiedene Techniken und jeder von ihnen hat dabei seinen eigenen Stil, Qualität und Form, um diesen besonderen Ton zu erzeugen.


WAS WAR DER ERSTE HIP-HOP TITEL?

Die erste Hip-Hop-Platte erschien erst 1979, als die Discoband Fatback Band die Single King Tim III (Personality Jock) veröffentlichte. Eine Woche später erschien auch das berühmte "Rapper’s Delight" der "Sugarhill Gang". Für alle Beteiligten war es ein Riesenerfolg und von dem weltweit über 8 Millionen Stück verkauft wurden. Entgegen aller Kritik war ab diesem Erfolg der Musikindustrie klar, dass die damals noch genannte Rap Music eine erfolgreiche Zukunft hatte. Heute wird die Jugendkultur zunehmend von dem "Gangsta Rap" immer mehr beeinflusst.

Der erste große Rap-Star war "Kurtis Blow", der mit seiner ersten Single "Christmas Rappin" weltweit erfolgreich war. Mit seinen folgenden Alben konnte er an die Erfolge bis Mitte der 80ern anknüpfen.


SCHLUSSWORT

Wenn man mehr über das Thema erfahren möchten, für den gibt es eine Reihe von großartigen Büchern und Dokumentarfilmen, die man sich ansehen kann. Einige unserer Favoriten sind

  • Film "The Freshest Kids: A History of the B-Boy" von Mickey Hess,
  • "Hip Hop Matters: Politics, Pop Culture, and the Struggle for the Soul of a Movement" Buch von Watkins, S. Craig
  • "Beat Street" ist ein US-amerikanischer Breakdance-Film von 1984.

Diese Bücher und Dokumentarfilme werden dir ein tieferes Verständnis für die Geschichte und Kultur des Hip-Hop vermitteln.

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