Graffiti Arten und seine Formen haben sich seit dem Beginn in den späten 60er Jahren sich ständig weitereintwickelt und definiert sich ständig neu. Graffiti-Kunst gibt es schon seit Jahrzehnten, und ihre Wurzeln liegen im Markieren und Kratzen. Aber was sind die verschiedenen Formen der Graffiti-Kunst? Wie unterscheiden sie sich voneinander? Und warum machen die Leute das? In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf einige der gängigsten Formen der Graffiti-Kunst und erörtern die Hintergründe für ihre Entstehung.

Graffiti-Kunst kann in vielen verschiedenen Formen auftreten. Manche Leute denken bei dem Wort "Graffiti" zuerst an die typischen gesprühten Tags an Straßenecken, aber die Definition ist viel weiter gefasst als das.

WELCHE GRAFFITI ARTEN GIBT ES?

Graffiti Formen gibt es mittlerweile in mehreren Varianten. Seit unseren Beginn im Jahr 1999 gibt es eine Vielzahl von sinnigen und unsinnige Bezeichnungen für Graffiti. Dabei sollte aber klar eine Grenze zu den einzelnen Formen gezogen werden. So ist es unsinnig ein auf dem Klo gemaltes Tag einen eigenen Namen zu geben - es bleibt ein Tag und ist nicht automatisch ein Klo-Graffiti. Darum haben wir uns entschieden, nur die gängigsten Formen im Folgenden zu erwähnen.

Etching

Die beim Etching Graffiti verwendeten Utensilien, die meist für den sogenannten „Graffiti-Vandalismus“ verwendet werden enthalten eine verdünnte Säuremischung, die Glas verätzt. Diese Form ist unwiderruflich, dauerhaft und kann nicht durch gängige chemische Reinigungsmethoden entfernt werden, da das geätzte Glas an der Stelle, an der das Graffiti angebracht wurde, weiß wird. Die geätzten Tags sieht man häufig auf den Fensterscheiben von öffentlichen Verkehrsmitteln wie Zügen, Straßenbahnen und Bussen.

 

Das Polieren ist nur dann erfolgreich, wenn die Ätzspuren nur oberflächlich sind, da das Glas nur bis zu einem gewissen Grad geschliffen und poliert werden kann, bevor es sich verformt und geschwächt wird.

 

Style-Writing

Beim Graffiti Styles Writing  geht es hauptsächlich darum seinen eigenen unverwechselbaren Style zu finden. Es ist einfach gesagt die Kunst, Buchstaben bzw. Buchstabengruppen in verschiedenen Variationen und Abwandlungen zu malen. Diese Buchstabenkombinationen können von einfach bis komplex fast unleserlich dargestellt werden. So ist das Tag die erste Grundübung eines jeden Writers, der sich nach Jahren der Übung, Können und Ausdauer bis zum 3D Style entwickeln kann. Im Folgenden ist der Weg bzw. die Etappen nach Entwicklungstand aufgeführt:

  1. Graffiti-Tagging

  2. Bubble-Styles

  3. Throw-Ups

  4. Blockbuster-Graffiti

  5. Simple-Style

  6. Semi-Wild-Style

  7. Graffiti Wild-Style

  8. Free-Style

  9. 3D-Style

Ganggraffiti

Ganggraffiti dient seit den 1930 Jahren als ein Mittel der nonverbalen Kommunikation, mit dem Gangs ihr Territorium markieren oder den Status einer Bande demonstrieren. Häufig wird in den Graffiti auch Gewalt angedroht, tote Mitglieder der eigenen Gang geehrt oder es dient zum werben neuer Rekruten. Es wird auch verwendet, um rivalisierenden Gangs gegenüber Respektlosigkeit zu zeigen. Sie warnen auch Fremde und Personen, die nicht zur Bande gehören, wie z. B. Ordnungskräfte und andere Unbefugte, dass sie im Begriff sind, ein verbotenes Gebiet zu betreten.

Ganggraffiti sind nicht immer zwangsläufig Schriftzeichen; es werden auch Bilder und Symbole verwenden, um sich zu identifizieren.

Pixação

Pixação ist eine spezielle Abspaltung des Ganggraffiti, das seinen Ursprung in São Paulo Ende der 1970er Jahre hat. Da die Akteure die sogenannten „Pixadores“ eingeschworene Heavy-Metal-Fans waren, überrascht es nicht, dass sie ihre Inspiration für die ersten Tags von den Logos ihrer Lieblingsbands entnahmen. Die Runen-artigen Schriftzüge der Bands AC/DC und Iron Maiden waren also die erste Vorlagen für den von den „Pixadores“ geprägten Stil. Dieser Graffiti-Stil ist meist Typografisch ausgerichtet und ist von seiner Grundform als schlicht zu bezeichnen.

Die von den „Pixadores“ gemalten Graffiti (Pixação) fungieren dabei als Mittel der Sozialkritik. Diese politischen Statement's werden von den aus Favelas der Stadt stammenden Akteure (Pixadores) als Mittel gewählt, um auf ihre Missstände aufmerksam zu machen. Charakteristisch für diesen Graffiti Stil sind die ausschließlich einfarbige Tags, welche mit Sprühdosen oder Malerrollen aufgetragen werden.

Moos-Graffiti

Beim Moos-Graffiti wird, wie der Name es schon andeutet, anstatt Farbspray Moos verwendet. Es wird teils aufgeklebt oder in den meisten Fällen aber aufgetragen. So mixen die Akteure eine spezielle Mixtur bestehend aus Moos, Bier, Buttermilch, Zucker und Wasser. Die dabei enthaltene Moosmasse wird dann mithilfe eines Pinsels, Drucksprüher oder Schablonen auf eine Wand aufgetragen oder flächig aufgesprüht. Diese wächst dann in wenigen Wochen zu einem grünen Moosgemälde heran.

Die Moos-Graffiti findet man häufig in Großstädten, da sie hier besonders eindrucksvoll aussieht. Es werden hierbei meist einfache Schriftzügen, Bilder oder Werbeslogan erstellt.

Politische Graffiti

Bei einem politischen Graffiti steht immer die sozialkritische Aussage im Vordergrund. Meist findet man die Sprüche oder Losungen an stark frequentierten und viel befahrenen Straßen. So können die Akteure mit ihrem Statement viele Menschen erreichen. Dabei stehen Themen, wie Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung von Minderheiten wie etwa Homosexuellen im Fokus der anonym getätigten Werke. Diese Graffiti enthalten oftmals auch die Wut gegen die Polizei oder richten sich gegen die vorherrschenden politischen Machtverhältnisse.

In Ländern mit totalitären Regimen sind meist diese Graffiti das einzige Mittel, um so auf die Missstände aufmerksam zu machen und zu einem Umdenken aufzurufen.

Reverse Graffiti

Als Reverse Graffiti wird das Reinigen verschmutzter Bereiche wie Bürgersteige, Wände oder Flächen bezeichnet. Der bei der Reinigung erzielte Kontrast zwischen sauberen und verschmutzten Bereichen findet in der Kunst oder Werbung seine Hauptanwendung. Beim meist kommerziellen Reverse-Graffiti wird in der Regel eine Schablone aus Metall oder Kunststoff hergestellt, um das Design zu übertragen. Die Schablone wird dann auf die verschmutzte Oberfläche aufgelegt. Mit einem Hochdruckreiniger oder einem sauberes Tuch werden anschließend die ausgeschnittenen Bereiche der Schablone gereinigt. Wenn die Schablone abgehoben wird, wird das Schablonendesign auf dem schmutzigen Bürgersteig oder der Wand mit sauberen Bereichen sichtbar.

Reserve-Graffiti ist auch unter den folgenden Namen bekannt: Saubere Werbung, Straßenwerbung, schmutzige Straßenwerbung, sauberes Graffiti, sauberes Tagging.

Scratching

Graffiti-Scratching ist eine Form von Graffiti, bei der ein scharfer Gegenstand verwendet wird, um Metall, Kunststoff und meist Glas zu zerkratzen. Verwendet werden hierfür harte Gegenstände wie Schleifsteine, Messer, Schraubendreher oder andere Werkzeuge. In den 1990er Jahre war es die Reaktion der Writer auf die zunehmend schnellen Reinigungen der U-Bahnen und Züge der Nahverkehre. Im Gegensatz zu Graffiti, bei denen Farbe oder Marker verwendet werden, lässt sich das sogenannte „Scratchiti“ nicht mit herkömmlichen Methoden entfernen. Das eingekratzte Tag soll dauerhaft sein.

Mittlerweile werden auf fast allen Scheiben der Fahrzeuge des Nahverkehrs sogenannte Opferfolien aufgebracht, um die Kosten zu minimieren.

Ultras-Graffiti

Ultras-Graffiti fand seinen Ursprung in der britischen Ultra-Bewegung. Heutzutage hat jeder größere Fußballklub der Welt seine eigenen Writer, welche den Namen ihres Vereins in die Straßen tragen. Einzelpersonen oder Gruppen der Ultra-Bewegung verbreiten dabei den Namen ihres Fußballklubs in hoher Stückzahl in der eigenen oder in der Stadt des besuchten Gegnervereins. Es wird auch verwendet, um rivalisierenden Vereine gegenüber Respektlosigkeit zu zeigen. Es geht auch hier einfach nur darum, sein Territorium abzustecken.

FIGUREN - CHARACTER IM GRAFFITI

Graffiti-Character gibt es in vielen verschiedenen Varianten und Arten. Am weitesten verbreitet sind die so genannten "Old School" Character, die meist einfachen Figuren, enthalten dezent eingesetztes Licht und Schatten. Diese Figuren erinnern an die figürliche Darstellung aus der Comic-Kunst. Auf der anderen Seite werden bei dieser Stilrichtung wahre Kunstwerke vollbracht. Zwar sind die Fantasiefiguren immer noch ausgedacht, aber dafür sind diese sehr detailgetreu und mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet.

Außerdem gibt es noch den Fotorealismus, bei dem versucht wird, so nah wie möglich an das natürliche Abbild heranzukommen. Meistgenutzte Motive sind hier Menschengesichter und Tiere.

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